Karl Matt
Tierpräparator
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Wertvolle Tipps vom Tierpräparator

Das gute Präparat beginnt bei der Jagd

  1. Haarwild, das im Haarwechsel ist, oder Vögel in der Mauser sind schwierig zu einem dauerhaften Präparat zu machen.
  2. Beachtung des Standortes vom Tier vor dem Schuss. -Absturzgefahr-. Beschädigung des Felles und der Trophäe, schwierige Bergungsmöglichkeiten. Ziehen des Tieres ist schlecht, da Scheuerstellen und fehlende Haare schwierig zu ersetzen sind. Je unbeschädigter die Decke oder der Balg ist, umso schöner wird das Präparat.
  3. Richtige Kaliberwahl und richtige Distanz beim Schrotschuss
  4. Sprechen Sie mit einem Präparator vor der Jagd, das ist besonders wichtig, wenn die Jagd ins Ausland geht! Bei einer Jagd ins Ausland ist die Vorpräparation sehr wichtig. Im Ausland müssen die Häute und Decken konserviert werden und nach den EU-Normen behandelt worden sein, um eine reibungslose Einfuhr zu gewährleisten. Die nötigen Papiere für Veterinär und Zoll müssen vollständig sein und rechtzeitig beantragt werden. 

Behandlung des Präparates

Für ein Präparat, das so lange wie möglich schön und wie neu aussehen soll, ist es wichtig, dass das Objekt nicht an der Sonne steht. In dem Raum sollten keine großen Temperaturschwankungen sein. Präparate aus einem Jagdzimmer, in dem nicht geraucht wird, bleiben lange frisch und wie neu.

 Halbjährliches Abstauben und Einsprühen mit Insektenschutzmitteln hilft für ein langes Leben des Präparates. Den Staub entfernt man am besten mit einer Feder oder einem weichen Staubwedel - kein Staubsauger! Mit einem Wolltuch erreicht man nichts gutes. Man reibt den Staub vielmehr tiefer ins Gefieder ein. Beim Abstauben ist zu beachten, dass man nicht gegen die Wuchsrichtung des Gefieders streift. Zersauste Stoßfedern schließt man am Besten mit heißem Wasserdampf. Kopf-Schultermontagen von Haarwild und kleinen Säugetieren reinigt man mit einem Trockenschampon. Die Glasaugen sollten mit Essigwasser gereinigt werden. Das Haarkleid wird wieder mit einem Föhn aufgelockert.

Der Laie wird diese Arbeiten besser einem anerkannten Präparator überlassen. Wer seine Trophäe von Zeit zu Zeit pflegt, hat Bastlerfreude, begreift sein Waidmannsheil erneut und zollt dem erbeutetem Wild zugleich Respekt. Der beste Schutz für ein seltenes Stück wäre die Glasvitrine. Spülmittel zerstören das Feder- oder Haarkleid. Bei einer Wandmontage verwenden Sie besser Dübel und Hacken, Nägel können abrosten.

Geweih und Gehörnschädel vergilben im laufe der Zeit . Erneutes beizen mit Wasserstoffsuperoxyd wie es nach dem abkochen nach der Trophäe durchgeführt wird, bringt kaum Abhilfe. Da rührt man besser Schlemmkreide mit Brennspiritus an, und bestreicht mittels Pinsel den Knochen. Es ist vorteilhaft, die Mischung eher dünnflüssig zu gestalten, auch wenn das Auftragen in mehreren Arbeitsschritten erforderlich ist. Die Geweihschilder frischt man am Besten mit einer Holz oder Möbelpolitur auf.  

Die Rohpräparation oder Vorpräparation

  1. Ist es nicht möglich, gleich mit dem erlegten Tier zu einem geeigneten Präparator zu kommen, muss das Tier im Feld vorpräpariert werden, damit der Fäulnisprozess nicht eintreten kann.
  2. Jedes Haarwild sollte an Ort und Stelle aufgebrochen und gereinigt werden. Bei Vögeln und Kleintieren die Schusslöcher verstopfen und die verschmutzten Federn oder Haare säubern!
  3. Auskühlen lassen ist sehr wichtig. Ein Murmeltier, dass noch warm in den Schweißrucksack zum Transport verstaut wird, wird später sicher verdorben und für ein gutes Präparat verloren sein.
  4. Wird das Tier zu einem späteren Zeitpunkt zum Präparator gebracht, kann es nach gründlichem Auskühlen eingefroren werden.

    Wichtig: Nicht im Plastik auskühlen oder auf Plastik legen, das Haar erstickt auf der Unterseite! Danach gut verpacken, damit es keinen Gefrierbrand bekommt und austrocknet. Fische sollten immer eingefroren werden, weil sie so später besser entschleimt werden können.
  5. Transporte in Nylonsäcken vermeiden, luftige Schachteln verwenden und das Tier auf Reisig (Latsche) oder Zeitung legen! 

Abschlagen einer Rehbockdecke zur Präparation eines Schulterpräparates

  • Abschlagen Rehbockdeck
  • Abschlagen Decke
  • Abschlagen Decke

Wichtig: Genug Decke am Haupt lassen, und keinen Drosselschnitt machen!

Es wird aber nicht immer möglich sein, dem Präparator das Haupt sehr bald nach Erlegung des Stückes zu übergeben.

Der Jäger trennt meist selbst die zu präparierenden Teile vom Wildkörper ab.

Der häufig begangene Fehler hierbei ist, dass man den Rundschnitt am unteren Ende das Trägers nicht weit genug nach hinten legt.

Wie der Schnitt verlaufen soll, zeigt das Bild. Nachdem dieser Schnitt gelegt worden ist, wird die Decke vom Träger zum Haupt hin abgelöst, und schließlich am obersten Wirbel abgeschärft. Der Präparator erhält also das unversehrte Haupt mit der sich daran befindenden Decke des Trägers.

Auf einer Safari in Afrika zum Beispiel müssen die Trophäen vorkonserviert werden. Dazu wird das Haupt zur Gänze aus der Decke geschlagen. Unter Konservierung verstehen wir, die Haltbarmachung von Fellen und Bälgen.

Art der Konservierung:
Lufttrocknen: das Fell wird nur an der Luft getrocknet. Nass Konservierung: das Fell wird in einer Alkohol oder Salzlacke eingelegt. Herkömmlichste Art ist das Salzen des Felles oder einfrieren (die schnellste Art der Konservierung)

Wichtig:
Vor oder nach der Erlegung mit dem begleitenden Jäger oder Jagdaufseher besprechen, was mit der Trophäe geschehen soll. Sollte das erlegte Wild präpariert werden, ist darauf beim Transport und Aufbruch Rücksicht zu nehmen. Planen Sie eine Jagdreise ins Ausland, sprechen Sie unbedingt vorher mit Ihrem Präparator. Er kann Ihnen nützliche Tips geben, damit nicht nur die Jagd erfolgreich wird, sondern auch die Trophäe die Sie mit nach Hause nehmen keinen Schaden erleidet. Sie ist es schließlich, was Sie von der Jagd am Längsten haben. 

Präparieren von Kopfschmuck des Schalenwildes (Auskochen)

Bevor der Kopfschmuck abgeschlagen wird, muss man sich im Klaren sein, wie viel vom Schädelknochen an der Trophäe verbleiben soll.

Es gibt 3 Varianten:
Man kocht den ganzen Schädel aus,
man entfernt nur die Zähne des Oberkiefers (lange Nase),
oder der Schädel wird Unterkante vom Licht durchgekappt.

Hierzu verwenden wir einen scharfen, feingezähnten ,breitblättrigen Fuchsschwanz oder eine Knochensäge. Man sollte grundsätzlich etwas mehr absägen, als man an der Trophäe belassen will. Erst nach dem Abkochen und Säubern kann der Schädel auf die richtige Größe zugeschliffen werden. Nach dem Kappen wird der Schädel in kaltes, wenn möglich fließendes Wasser gestellt, damit der Schweiß restlos herausgezogen wird, und die Gewebeteile etwas weicher werden.

Nach 2-3 Tagen ist der Schädel bereit zum Abkochen. Dazu wird die Trophäe in heißes Wasser gestellt. Untergetaucht dürfen nur die Schädelteile sein, sonst können die Stangen bzw. Schläuche in ihrem unteren Teil die schöne Farbe verlieren. Auch ist für den Pechbelag der Gamskrucke kochendes Wasser schädlich. Dem Kochwasser irgendwelche Zusätze beizugeben ist nicht notwendig. Beim kochen sollte das Wasser lediglich leicht ziehen, also nicht sprudeln. Der sich bildende Fettschaum ist ständig abzuschöpfen. Man kocht so lange, bis sich die Weichteile an den Rändern ablösen, und zu werfen beginnen .Das wird beim Rehbockgehörn und Gamskrucke, je nach alter, durchschnittlich nach 30min. der Fall sein .Nach dem Abkochen werden die Knochenteile abgeschreckt, das heißt, für einige Minuten bis zum völligen erkalten ins kalte Wasser getaucht.

Nun werden alle Weichteile entfernt, wobei als Werkzeug ein schmales ziemlich stumpfes Messer und eine Messingbürste dienen. Bei Trophäen mit ganzem Schädel dauert es freilich länger bis der ganze Schädel auch innen sauber ist. Gehirn und Gehirnhaut werden durch die untere Schädelöffnung und durch die Nase entfernt. Die dünne Trennwand zwischen dem Naseninneren und dem Gehirnkasten wird durchbrochen. Neben einem langen, schmalen Messer wird dabei noch ein Hacken aus starkem Draht verwendet.

Nach dem Säubern wird der Schädelknochen für einige Zeit in bereits siedendes Wasser getaucht. Dadurch werden die letzten Reste vom Fett herausgekocht, die ansonsten auf den gebleichten Knochen hässliche Flecken bilden können. Bei Trophäen mit Hornschläuchen wie Gamskrucken, Mufflon, Steinböcke müssen die Schläuche von den Stirnzapfen abgezogen werden, um die Letztrigen reinigen zu können.

Fertig ausgekochte und gereinigte Schädel werden abgetrocknet. Nun können die Knochenteile gebleicht werden, was am besten mit 30%igem Wasserstoffsuperoxyd erfolgt. Die Trophäe wird auf einen flachen Teller oder dergleichen gestellt, die Schädelteile werden mit einer dünnen Schicht Watte oder Mull bedeckt und diese Flüssigkeitsaufsaugende Schicht mit Wasserstoffsuperoxyd reichlich begossen. An der Sonne bekommt der Schädel dann seine richtige weiße Farbe. Wegen der starken Ätzkraft darf Wasserstoffsuperoxyd mit den Stangen bzw. Schläuchen (Händen) nicht in Berührung kommen.
Nun kommen auch die Schläuche wieder auf ihre Zapfen.

Zum Schutz des Schädels und zur Dekoration montieren wir die Trophäen auf Schilder.